Everybody is a genius. But if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life believing that it is stupid

Was wäre, wenn wir Bewertungen nicht mehr aufgrund einer Klausur oder Hausarbeit bekämen, sondern aufgrund unseren Verhaltens und unserer Entwicklung?

UG_Schule


Hans Traxler, Chancengleichheit, in: Michael Klant , [Hrsg.] , Schul-Spott : Karikaturen aus 2500 Jahren Pädagogik ,Fackelträger, Hannover 1983, S. 25

„Zum Ziele einer gerechten Auslese lautet die Prüfungsaufgabe für sie alle gleich: Klettern sie auf den Baum!“

Wer kennt diese Karikatur nicht. Häufig zu den Themen soziale Ungleichheit und Schule. Es ist eine Versinnbildlichung des Schulsystems. Kindern und Heranwachsenden wird, mit dem Ziel der Gleichberechtigung, im Laufe ihres Schullebens immer die gleichen Aufgaben gestellt. Die Frage ist jedoch, ob dadurch nicht das Ziel verfehlt wird und eher eine Basis für Ungleichheit geschaffen wird.

Im vierten und letzten Themenblock des Sooc1314 stelle ich mir deshalb die Frage, wie das Schulleben aussehen würde, wenn Bewertungen eben nicht auf Grund von Tests,  Klausuren und Hausaufgaben getroffen werden, sondern anhand der persönlichen Entwicklung.  Diese könnten anhand von  Learning-Analytics-Anwendungen aufgezeichnet und mit Hilfe von E-Portfolios dokumentiert und reflektiert werden.

In diesem Blogpost geht es jedoch nicht um die Leistungsermittlung im Studium, sondern in der Schule. Vor allem nachdem ich Anja’s Blogeintrag zu diesem Thema gelesen habe, war mir klar, dass diese Form der Bewertung nicht geeignet ist, um am Ende einen Studenten in/auf die Berufswelt loszulassen.

Meiner Meinung nach ist der beste Weg eine Symbiose aus der bisherigen Bewertung durch Tests, Klausuren, etc. und der persönlichen Entwicklung. Auch wenn es natürlich für die Lehrenden aufwendiger ist, aber schaden kann es ja nicht, oder? Wahrscheinlich spiegeln sich Verbesserungen in der schulischen Entwicklung in Klausuren wieder. Aber wäre es nicht für Schüler Ansporn oder auch Belohnung zu sehen, etwas ausführlicher zu sehen wie ihre Leistungen sich verändern? Ich denke es wäre definitiv ein Versuch wert, meinetwegen in einem kleinen Pilot-Projekt. Man müsste natürlich genau herausfinden wie und vor allem welche Daten man erhebt. Welche Dimensionen implizieren denn überhaupt eine Entwicklung? Es benötigt viel Aufwand um ein Model zu entwickeln das die schulische Lernentwicklung akkurat und für die Schüler verständlich und anschaulich wiedergibt.

Man muss sich schlussendlich fragen, was das konkrete Ziel ist und welche Auswirkungen so ein Model letztendlich wirklich haben kann. Aber sein wir mal ehrlich, auch in der Schule muss man ab einem gewissen Punkt den aktuellen Wissenstand bewerten, um einschätzen zu können ob ein Schüler eine Klasse wiederholen muss oder eine Schülerin einen guten Abschluss bekommt.

Mein Fazit: Als alleinigen Bewertungsmaßstab die persönliche Entwicklung eines Schülers zu sehen, ist Unsinn. Aber zur Steigerung der Motivation und zum Verständnis des eigenen Leistungsprofils, wäre eine Einführung von Anwendungen zur Darstellung der Lernevolution sicher sehr hilfreich.

Hier könnt ihr eure Meinung kundtun:

P.S.: Ihr könnt gern auch eigene Antworten eintragen!

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Everybody is a genius. But if you judge a fish by its ability to climb a tree, it will live its whole life believing that it is stupid

  1. hatschepsut1991 schreibt:

    Hallo:)
    Nach der Lektüre deines Blogeintrages stellt sich mir die Frage, inwiefern Bewertungen und Noten in der Schule überhaupt eine Rolle spielen? Gerade beim Thema Sitzenbleiben, was du angesprochen hast, spalten sich ja die Meinungen. (http://www.welt.de/politik/deutschland/article113713209/Glaubenskrieg-ums-Sitzenbleiben-an-deutschen-Schulen.html)
    Sollten Kinder aufgrund schlechter Noten sitzenbleiben? Oder wäre es gerade in dieser Thematik interessant die Lernentwicklung der schlechteren Schüler herauszufiltern um ihnen die Ehrenrunde zu ersparen? Ich bin nämlich nicht unbedingt der Meinung Schüler vorallem aufgrund der Noten einzuschätzen. Das selbe Problem finden wir ja auch im Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule. Ist es richtig Kindern einen Platz auf dem Gymnasium zu verwehren, nur weil die Noten nicht stimmen? Oder sollte man nicht lieber die Entwicklung der 4 Jahre Grundschulzeit analysieren.
    Vielleicht muss sich unser Schulsystem in diesem Ansatz etwas revolutionieren. Ich finde, dass man dadurch auf jeden Fall Vorteile erzielen kann und es eben nicht nur auf die Noten in der letzten Klassenarbeit ankommt.
    Hier noch ein interessanter Link: http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/pro-contra-muss-es-in-der-schule-noten-geben-a-734275.html

  2. Anja Lorenz schreibt:

    Ich finde den Comic für die Schule richtig. Mir wurde er neulich in einer Diversity-Diskussion für Hochschullehrende gezeigt und ich habe wieder mit den Augen gerollt: Mal ehrlich, wird ein Fisch studieren, wie man auf einen Baum klettert? Nein, er wird sich ein Schwimmstudium aussuchen.

    Deine Überlegungen sind im Schulkontext durchaus richtig. Aber ich sehe auch Arbeitgeber, die nicht auf die schlechte Chemienote schauen, wenn der Azubi Bürokaufmann werden will. Dennoch wären mehr Wahlmöglichkeiten natürlich gut. Dabei schwingt die Unsicherheit mit, ob das, was man da gewählt hat, denn richtig so war. Ich selbst bin bisher gut damit gefahren, auch wenn sich manches anders entwickelt hat, als ich gedacht hatte. Dennoch gut. Ich hab ja nicht umsonst sooderso gewählt.

Hinterlasse einen Kommentar