Meine Identität ins Netz!?

 „wer nichts zu verbergen  hat, hat auch nichts zu befürchten!“ 

Klarnamenpflicht im Internet zur Kriminialitätsbekämpfung? Dürfen sich Facebook, Google und Co. erlauben, nur aus Verdacht auf falsche Identität Nutzerkonten zu sperren? Wird hier schon zu weit in die persönliche Freiheit eingegriffen?

Diese Fragen stellen sich wenn es um die Identität von Personen Im Internet geht. In der 2. Aufgabe des 2. Themenblocks des Sooc1314 soll jeder für sich beantworten, wie man sich mit diesem Hintergrund bei der Nutzung von Social Media fühlt.

Zu diesem Thema gibt es hier ein wirklich sehr interessantes, anschauliches und dadurch gut verständliches Video:

Was mir daran sehr gut gefällt sind die verschiedenen Aspekte die beleuchtet werden  und die Ausblicke in die Zukunft, aber eben auch der Vergangenheit.

Nun zu meiner Sicht der Dinge.

Klarnamenpflicht im Internet? Ich denke, dass diese Forderung doch sehr absurd ist. Ob dadurch mehr Verbrechen aufgeklärt beziehungsweise verhindert werden ist fraglich. Man könnte sich doch einfach unter falschem Namen ein Profil auf Social Media Plattformen zulegen?! Oder will man auch das in der Zukunft überprüfen und nur noch, durch offizielle Stellen verifizierte Personen erlauben sich auf Facebook & Co zu registrieren? Was ist wenn man sich vor Stalkern auch im Social Web schützen will oder vielleicht etwas allgemeiner, man nicht möchte, dass jeder, der seinen Namen kennt einen findet? Ist das nicht ein Einschnitt in den Lebens- und Freiheitsbereich eines Menschen und somit eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts? Meiner Meinung nach schon. Natürlich gibt es auch Personen, die sagen, dass eine Klarnamenpflicht dazu beiträgt Mobbing im Internet, vor allem in sozialen Netzwerken, einzudämmen. Natürlich wäre das positiv, aber andererseits muss man es eben gegen negative Folgen aufwiegen. Internetnutzer würden wahrscheinlich dreimal nachdenken bevor sie etwas posten. Das kann in Fällen von Beleidigungen und Verunglimpfungen natürlich von Vorteil sein. Aber was ist mit Menschen die legitime Kritik an einer Institution oder einer Person, oder der Politik üben? Man müsste auf eventuell negativ interpretierbare Aussagen verzichten, wodurch es (wie es im Video bezeichnet wird) zu einer ‚Schere im Kopf‘ kommt.

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Elephant on the computer by Frits Ahlefeldt-Laurvig (CC-BY-NC-ND)

Ich denke, dass die Mehrzahl der Internetnutzer sich nicht mit dem Thema Internetüberwachung beschäftigen, bis.. ja bis sie selber in irgendeiner Form davon betroffen sind.  Ich selber habe mich auch (noch) nicht so intensiv damit auseinandergesetzt. Man hat eben ein teilweise sehr naives Bild, wenn es um die Überwachung im Internet geht. Man merkt ja sehr häufig überhaupt nicht, dass dies mit einem, beziehungsweise seinen Profilen, geschieht. Aber auch nach dem Vortrag von Marius Melzer (CCC) werde ich mich in nächster Zukunft sicher mehr damit befassen. Gerade was Passwort Manager (Keepass) und den Schutz vor Tracking angeht. Was die Nutzung von Social Media anbelangt, gehe ich zumindest bei Facebook immer auf Nummer ’sicher‘ (sicher ist nicht wirklich sicher). Heißt ich habe so gut wie keine Bilder oder Posts öffentlich gestellt. Weil man ja nie weiß wer seinem Profil den einen oder andren Besuch abstattet. Allerdings verwende ich dort schon immer meinen richtigen Namen, aber nicht weil ich gezwungen wurde, sondern weil ich es so will. Was Twitter oder Tumblr angeht bin ich mit einem Synonym beziehungsweise meiner URL unterwegs. Allerdings wurde ich auch auf Twitter von Leuten gefunden, denen ich nicht meinen Usernamen mitgeteilt habe. Meines Wissens nach kann es ja eigentlich nur durch die E-Mail Adresse sein?! Aber bieten Seiten wie Facebook nicht an, Freude auf andere Plattformen zu ‚übertragen‘, oder irre ich mich da? Twitter habe ich die letzten Monate/Jahre eigentlich nur zum lesen anderer Tweets genutzt und hatte mein Profil daher auf privat gesetzt und so gut wie nichts getweetet. Inhaltlich schränke ich mich allerdings nicht ein, auch wenn ich weiß das beispielsweise auf Facebook jeder Inhalt gespeichert wird. Warum das überhaupt getan wird versteh ich nicht. Da überlege ich mir dann doch dreimal welches Profilbild ich hochlade oder ich in private Nachrichten schreibe.

Eines der Beispiele aus dem Video von manniac ist der Fall von Leigh van Bryan. Der Ire wollte mit seiner Freundin in die USA reisen und postete auf Twitter, dass er ‚Amerika zerstören werde‘ was im Britischen umgangssprachlich eigentlich nur Party machen bedeutet. Kurz nach der Landung wurden er und seine Freundin verhört und festgenommen, bevor sie am nächsten Tag die USA wieder verlassen mussten.

Die Süddeutsche Zeitung hat darüber einen Artikel („Wie US-Behörden bei Facebook und Twitter schnüffeln“) verfasst, in dem auch erklärt wird, wie die Behörden dabei systematisch nicht nur Twitter sondern auch Facebook und andere Plattformen nach auffälligen Inhalten scannen.

Andererseits gibt es ja auch die Variante, dass nicht ein Staat sondern der eigene (oder zukünftige) Chef einen Suchlauf zum ‚Online-Leben‘ des Angestellten startet. Würde man überall seinen richtigen Namen angeben müssen, wäre es ein leichtes einen Blick aufs Facebook oder Twitter Profil  zu werfen. Und wer weiß, vielleicht wurde das ein oder andere peinliche Foto nicht auf privat gesetzt, sondern öffentlich gemacht. Es entsteht einfach eine große Unsicherheit was man überhaupt noch hochlädt oder schreibt. Wodurch nicht nur die Freude verloren geht, sondern eben auch das was das Internet so besonders macht, Freiheit.

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Passing time by Frits Ahlefeldt-Laurvig (CC-BY-NC-ND)

Zuletzt möchte ich noch mal das Fazit des Videos zitieren, weil es meines Erachtens das Problem auf den Punkt trifft:

Aus dem Bemühen Menschen zu schützen, kann schnell etwas werden, dass weit mehr Schaden anrichtet als ursprünglich verhindert werden sollte. Ständige Überwachung schränkt unsere Freiheit ein, sie schürt Selbstzensur und Paranoia und kostet den Steuerzahler viel Geld, ohne dass ihr Nutzen wirklich sicher ist. Dabei ist es wahrscheinlich, dass die Überwachung in den nächsten Jahren sogar noch zunimmt. Der Grund warum nicht jedes private Gespräch überall auf der Welt abgehört wird, ist nicht Respekt vor der Privatsphäre, es ist einfach technisch noch nicht möglich. Bis die Technik so weit ist, wird es nicht mehr lange dauern und die Frage ist, wie wir dann damit umgehen. Wollen wir in einer Welt leben in der Sicherheit und Freiheit gleichberechtigt sind oder in einem Überwachungsstaat in dem Freiheit selbst schon als verdächtig gilt und vor lauter Sicherheitswahn erdrückt wird?“                                      (manniac- Überwachungsstaat was ist das?)

To be continued…

>> Noch eine kurze (wahrscheinlich nicht repräsentative) Umfrage!

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2 Antworten zu Meine Identität ins Netz!?

  1. hatschepsut1991 schreibt:

    Hallo:)
    Danke für deinen Post! Ich fand deine Meinung zu der Sache wirklich gut dargestellt. Mit deinem Twitter-Problem kann ich dir leider nicht weiter helfen.
    Ich bin natürlich auch der Meinung, dass keine Klarnamenpflicht im Internet herschen sollte. Generell denke ich, dass das Internet eine der wichtigsten Errungenschaften der modernen Welt (natürlich weit nach dem Buchdruck;)) ist. Und daher ist es eine Frechheit von Staaten und Firmen die Naivität und Sorglosigkeit der Benutzer so auszunutzen. Nicht umsonst wird das Internet als Gemeingut betrachtet, als etwas was auch jedem Mensch kostenlos zugänglich sein sollte. Die Internetüberwachung sollte wirklich sofort eingestellt werden und auf ein minimalen Grad beschränkt werden. Ich rege mich noch heute über diverse Politiker auf, die den NSA Skandal innerhalb Wochen einfach abgetan haben und dann rumheulten als es sie persönlich betraf. So etwas ist heuchlerisch.
    Ich denke jedoch nicht, dass einem die Freude anhanden kommt, wenn man im kurz zweimal überlegen muss ob man ein bestimmtes Foto hochläd oder nicht.
    Ich bin der Meinung, dass beide Seiten gewissenhaft nachdenken sollte. Der Staat auf der einen was für seine Bürger fair und zumutbar ist. Und die Privatperson auf der anderen Seite ob es nun wirklich das 100ste Bild von der Geburtstagsfeier auf facebook sein muss.

  2. Pingback: Zusammenfassung des Themenblock II aus Teilnehmersicht | SOOC13/14

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